Gipfelstürmerin

„Was stört dich am meisten?“ Diese Frage bekomme ich häufig gestellt, wenn es um meine Erkrankung geht und den damit einhergehenden Einschränkungen, von denen ich glücklicherweise nicht sehr viele habe. Meine größte Einschränkung ist die für viele MS Patienten typische Fußheberschwäche bzw. eine leichte Gangstörung linksseitig, die ab ca. 2,5 – 3 km Laufstrecke einsetzt und dann immer stärker wird und irgendwann zum stolpern oder gar stürzen führt. So weit lasse ich es in der Regel nicht kommen. Die tägliche Gassi-Runde ist kein Problem und wenn ich merke, dass es die Tagesform nicht hergibt, kürze ich meine Strecke ab. Wenn ich mich körperlich übernehme, büße ich das mit 1 bis 2 Tagen starker Erschöpfung. Die MS verzeiht leider keine „Sünden“.

Auf kürzeren Strecken sieht mir niemand an, dass ich nicht ganz „rund“ laufe. Um so normal und gut zu leben, tue ich mir viel Gutes:
Entspannung,  biologische Ernährung, Yoga, Meditation. Ich verzichte in meinem Haushalt auf Chemie und nutze qualitativ hochwertige, ätherische Öle als Hausapotheke anstelle konventioneller Medikamente. So nehme ich beispielsweise täglich 2 Tropfen Weihrauch Öl ein, um die Entzündungsprozesse im Körper in Schach zu halten, trinke Wasser mit Zitronenöl, um die körpereigene Entgiftung zu unterstützen, verneble Lavendel und Orange für einen erholsamen Schlaf und verwende seit Juni ebenfalls täglich Copaiba Öl, das eine unglaubliche Bandbreite an positiven, stärkenden Eigenschaften besitzt. Ich habe gelernt und bin davon überzeugt, dass nur die Natur uns wirklich und ganzheitlich „heilen“ kann.

Aber zum eigentlichen Thema zurück: Joggen und Wandern gehören also nicht mehr zu meinem sportlichen Repertoire, wie man sich vorstellen kann. Ich muss zugeben, ich war lange Zeit echt traurig darüber, hatte ich doch das Joggen 2009 erst ganz neu für mich entdeckt und Wandern (vor allem in den Bergen) habe ich schon immer geliebt. Und so kommen wir zur Antwort auf die Frage: „Was stört dich am meisten?“ Und meine Antwort ist dann immer: „Dass ich aus eigener Kraft keinen Berggipfel mehr erklimmen kann.“ Ich muss zugeben, ich träume oft davon. Einfach mit Rucksack und Stöcken einen Berg erwandern, so wie früher, auf meinen eigenen Beinen, mit eigener Kraft und abends müde und selig vor Erschöpfung einschlafen. Und obwohl das für mich nicht mehr möglich ist, liebe ich es in die Berge zu fahren. Ich genieße die Aussicht von unten oder fahre mit Mann und Hund mit der Seilbahn nach oben und genieße das Panorama.

So auch vor einigen Wochen, an einem schönen Spätsommer-Wochenende im Allgäu. Bestes Wetter und gute Luft und ich habe mich morgens fit und stark gefühlt und so sind wir los gelaufen, langsam aber stetig immer weiter bergauf mit gutem Schuhwerk und Stöcken. Und was soll ich sagen? Ich habe an diesem Tag ca. 10 km Strecke bergauf und bergab bewältigt, habe einen Gipfel erklommen und habe mich dabei großartig gefühlt. Am nächsten Tag bin ich genauso fit und energiegeladen aufgewacht und wir haben eine weitere wunderschöne Tour gemacht und 10 Tage später ein weiteres mal in den Italienischen Alpen.

Irgendetwas unglaublich Kraftvolles ist in den letzten Monaten in meinem Körper geschehen und ich bin so dankbar und demütig dem gegenüber, dass ich es nur schwer in Worte fassen kann. Ich habe mir vorgenommen, die Wirkung des Copaiba Öls auf den Organismus noch weiter zu studieren und zu beobachten und mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen. Es gibt mittlerweile so viele Belege und positive Geschichten. Meine ist nur eine davon.

Ich liebe meine Öle und möchte keinen Tag mehr ohne sie sein. Genau wie Yoga sind sie eine wahre Bereicherung für mein Leben. Alles ist möglich!

Herzlichst, Claudia